Wir ernten die Stadt!

Grünstern Gartenküche im Metro Kino
26. Oktober bis 7. November 2012
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Die Stadt ernten

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Das ­gastrokapitalistische System
ist längst am Ende. Längst ist klar:
entgegen aller Heilsversprechungen
verhilft es nicht allen Menschen
zu Wohlstand und gutem Essen.
Wagen wir den Einstieg zum Ausstieg!
Harald Lemke

Die Stadt ernten

Es gibt kaum einen politischeren Akt als das bewusste Essen. Noch bis in die 1970er-Jahre war es üblich, Lebensmittel regional und saisonal zu beziehen. Nach und nach wurden alle Formen der Nahrungsmittel­herstellung einer industriellen Produktionslogik unterworfen. Alles muss immer im Überfluss verfügbar sein, die auf Hochglanz inszenierten, oft um den halben Erdball transportierten Lebens­mittel im Supermarkt repräsentieren dieses vermeintliche Konsumentenideal und verdecken ein fatales System. Zu haben ist es nämlich nur unter der Voraussetzung von billigem Erdöl und auf Kosten der globalen Ausbeutung natürlicher und menschlicher ­Ressourcen.

Da wollen und können Viele nicht mehr mit. Urbanes Gärtnern und Landwirtschaften in der Stadt, transparent und offen direkt vor der Haustüre ist eine kulturelle Praxis, die Politik macht, ohne um Macht zu kämpfen. Das Naheliegende zu tun, Lebensmittelherstellung wieder vor Ort in die Hand zu neh­men und zu kultivieren, signalisiert so ganz nebenbei ein gesellschaftliches Momentum, auf das es künftig ankommen wird.

Beim Sommerfilmfestival Kino wie noch nie im Augarten debütierte das Projekt Grünstern, ein gemeinwohlorientiertes Konzept für eine zukunftsfähige Lebensmittelversorgung in der Stadt. Die Grünstern-Gartenküche fungierte dabei als prominente Auslage, vermittelte eine Idee für das Essen von morgen auf sinnlich anregende Weise. Nun ist Herbstzeit, die Viennale öffnet im Kino frische Perspektiven auf die Welt – und wir ernten und genießen die Früchte der Stadt!
Politik passiert.

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Gartenküche

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Ich denke, dass ich
natürlich eine
radikale Küche habe –
eine radikal
natürliche Küche.
Johann Reisinger

Das gastronomische Gesamtkonzept

In der Grünstern-Gartenküche wird die einfache und natürlichste Form der Lebensmittelverarbeitung vor Ort zum Programm. Was über Jahrhunderte selbstverständlich war, köstliche Gerichte aus frischen, regionalen Zutaten zu kreieren, ist heute – in Zeiten der weltumspannenden Transportlogistiken und alle Jahreszeiten ausblendenden Tiefkühlketten – erst wieder zu entdecken.

Johann Reisinger gilt als Mastermind der Neuen Natürlichen Küche. Sein Ziel ist es, bei jedem Gericht den Reichtum, die ganze Dimension an Genuss und Geschmack frischer Lebensmittel erlebbar zu machen. Grünstern freut sich sehr, Johann Reisinger für die diesjährige Sommerkino-Gastronomie am Augartenspitz gewonnen zu haben.

Die Grünstern-Gartenküche repräsentiert ein konsequent auf ausschließlich lokale ProduzentInnen ausgerichtetes Gastronomie-Konzept, das pure, täglich gartenfrisch aus der unmittelbaren Umgebung stammende Lebensmittel in den Mittelpunkt stellt. Ganz wesentlich ist hierbei die Frage der Herkunft. Johann Reisinger und sein Team beziehen alle Produkte direkt bei den Landwirten, Gärtnereien und bei den kooperierenden Gemeinschaftsgärten. Dieser direkte Kontakt sichert höchste Qualität und Authentizität.

Neben einer fixen Karte gibt es einen Tagesteller der Vielfalt – in Kooperation mit Arche Noah bringt Grünstern täglich neue alte Sorten, eine unglaubliche Vielfalt, die vor unserer Haustüre wächst, auf den Teller.

 

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Grünstern zur Viennale

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Eine der wichtigsten Zutaten für die
neue natürliche Küche ist Wissen.
Das Wissen um die Essenz der Dinge,
das Wissen über Schönheit,
Integrität und Gesundheit.
Johann Reisinger

 

Großstadtkulinarik 2.0

In aller Regel sind Lebensmittel heute beliebige Konsumgüter geworden, die wichtigsten Kriterien sind Haltbarkeit, gutes Aussehen und ein billiger Preis. Hinter der anonymen Masse dieser „Systemlebens­mittel“ verschwinden die einzelnen Produzenten, denn hier ist es irrelevant und meist auch nicht mehr nachvollziehbar, wer wo in dieses System hineinproduziert.

Das Projekt Grünstern vollzieht einen radikalen Systemwechsel.
Im Mittelpunkt stehen stolze ProduzentInnen mit ihren liebevoll angebauten Lebensmitteln. Gänzlich unspektakulär, aber in der Gesamtsicht eindrucksvoll ist in den letzten Jahren in Wien ein alternatives Food-Netzwerk entstanden. Neben traditionsbewussten Bio­betrieben haben viele Bürger den Anbau qualitätsvoller Lebensmittel selbst in die Hand genommen: Gemeinschaftsgärten, kooperative Land­wirtschaftsmodelle oder auch Guerilla Gardening, im Kleinen, Kon­kreten, in den urbanen Grätzeln keimt Neues, inmitten der Stadt bilden sich immer mehr Halb­inseln gegen den Strom. Urbane Brach­flächen verwandeln sich in blühende Stadtlandschaften, Gärten werden zu Aktionsfeldern der Veränderung.

Grünstern vernetzt diese Initiativen und bringt die Essenz einer neuen Ernährungskultur auf den Teller: Pure Lebens­mittel, täglich garten­frisch geerntet und direkt von den loka­len ProduzentInnen aus Wien und Umgebung bezogen, bilden die Basis für das kulinarische Konzept, das wieder von Johann Reisinger stammt. Nach dem Sommertraum im Augarten serviert das Grünstern-Team herbstliche Bio-Spezialitäten und feiert die Vielfalt, die vor unserer Haustüre wächst.

Special Offer: VIENNALE-DINNER-PACKAGE: Mit einem gültigen Viennale-Ticket gibt es zu jedem Grünstern-Gericht einen speziellen Gruß aus der Küche!
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Speisekarte

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An der Metro-Bar im Erdgeschoß-Foyer, auch zur Mitnahme ins Kino!

Kürbis-Blutorangensuppe

Bio-Kürbisse vom Feigenhof und vom Grünstern-Feld in der Lobau.
€ 2,90

Kürbiskuchen mit Kardamon

Bio-Kürbisse vom Feigenhof und vom Grünstern-Feld in der Lobau.
€ 3,90

Weißer Mohn-Zucchini-Kuchen

Waldviertler Bio-Mohn mit Bio-Zucchini aus Wien.
€ 3,90

Bunte Bio-Erdäpfelchips mit Grünstern-Ketchup

handgemacht aus Lobau-Erdäpfeln und Donaufeld-Paradeisern.
€ 4,50

Einkorn Crackers

von der Bäckerei Kasses aus Waldviertler Urgetreide vom Meierhof.
€ 2,90

Metro im 1. Stock

Ofenfrisches Fladenbrot mit Beinschinken

Bio-Brot von der Bäckerei Joseph mit Schinken von Thum-Wien.
€ 4,50

Ofenfrisches Lavendel-Honigbrot mit mariniertem
Gemüse und Büffel-Ziegenmilchfrischkäse

Bio-Brot von der Bäckerei Joseph, Bio-Ziegenfrischkäse von Robert Paget,
Bio-Gemüse vom Grünstern-Feld Lobau und aus dem Donaufeld.
€ 4,50

Ofenfrischer Urlaib mit Bergkäse vom Bregenzer Wald

Bio-Brot von der Bäckerei Joseph mit Vorarlberger Bio-Bergkäse
von Stephan Gruber.
€ 4,50

Geräuchertes Saibling-Filet mit roten Rüben und Kren

Saibling-Filet von Haimel mit roten Bio-Rüben aus Wien.
€ 6,90

Tagesfrisches Grünstern-Special aus Wiener Gärten

Wir ernten die Stadt! Köstliche Schöpfgerichte und Eintöpfe mit
Lebensmittel-Raritäten frisch von den Wiener Äckern.
€ 5,90

Das Team der Grünstern-Gartenküche im Metro Kino
Gastronomisches Gesamtkonzept: Johann Reisinger
Idee, Projektleitung: Ernst Kieninger
Organisation, Logistik: Christoph Kinast
Küche: Walter Krenn, Martin-David Preyer, Sabina Rana, Patrick Zarfl

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Augarten und Lobau

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Noch sind wir ziemlich junges
Gemüse, aber wild entschlossen,
die Verantwortung für unsere
eigene Ernährung wieder selbst
in die Hand zu nehmen.
Die LobauerInnen

Grünstern-Gartenprojekte

Die Stadt von morgen ist grün. Als Antwort auf den immer größeren Nutzungsdruck entstehen in den Städten soziale und ökologische Freiräume, die als Reaktion und Gegenbewegung auf die Vereinnahmung und zunehmende Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes interpretiert werden können. Immer mehr Menschen sehnen sich nach solchen urbanen Natur­erfahrungsräumen, gemeinschaftliche Gartenprojekte mitten in den Metropolen erweitern das Blickfeld und öffnen Perspektiven auf die Möglichkeit einer nachhaltigen, lokalen Lebensmittelproduktion jenseits der industriellen, kapitalistischen Produktions- und Vertriebsstrukturen.

Grünstern hat bereits zwei eigene Gartenprojekte initiiert, im Augarten war die Gründung eines Bürgergartens 2010 die unmittelbare Reaktion auf die Verbauung und Privatisierung eines Stücks öffentlichen Parks im Augarten. Die zivil­gesellschaftliche Aneignung der verbliebenen Parkfläche am Augartenspitz und die Gründung eines Bürgergartens verwandelte diesen Ort in einen öffentlichen Raum im besten Sinne des Wortes. Aufgrund des enormen Interesses an diesem Projekt wurde 2012 eine weitere Fläche in der Lobau gepachtet. Hier bewirtschaftet ein Kollektiv modellhaft einen Acker der Vielfalt und erprobt Wege für gemeinsames Landwirtschaften in der Stadt.

Urban-Gardening-Projekte wie diese beschreiben damit auch symbolhafte Aktionsfelder, fungieren nicht nur als Orte guter Lebensmittelproduktion, sondern auch als Plattformen, als Medien für die sinnliche Vermittlung des notwendigen kulturellen und sozialen Wandels hin zu einer Nachhaltigen Gesellschaft. Als prototypische Beispiele schlagen die Grünstern-Stadtgarten-Projekte Schneisen in das vermeintlich Unveränderbare und skizzieren in Verbindung mit der Gartenküche Modelle zukunftsfähiger Lebensstile.

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Bio-Coop-Partner

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In Zeiten der immer ungenierteren
Vermarktung öffentlichen Raums
ist der Anspruch,
eben dort Kartoffeln zu pflanzen
geradezu revolutionär.
Sabine Rohlf
Gemüseraritäten, alte Sorten
Bio-Gemüse
Bio-Gemüse, Alte Sorten
Gemüse/Erdäpfel
Bio-Gemüse, Alte Sorten
Gemüse/Kürbisse
Paradeiser-Vielfalt, Kräuter und Asia-Salate
Demeter Gemüse
Gemüse, Alte Sorten
Gemüse, Kräuter, Obst
Geräucherte Forellen
Büffel- und Ziegenkäse-Spezialitäten
Brot
Demeter Getreide-Spezialitäten
Apfel- und Traubensaft
Kräuter, Gewürze
Vorarlberger Rohmilch-Alpkäse
Schinken
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Infos/Kontakt

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Grünstern-Gartenküche
zur Viennale im Metro Kino

26. Oktober bis 7. November
täglich von 10:00 bis 02:00 Uhr
Johannesgasse 4, 1010 Wien
www.gruenstern.at



Impressum Medieninhaber und Herausgeber: Filmarchiv Austria,
Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien. Für den Inhalt verantwortlich: Ernst Kieninger

Texte: Ernst Kieninger; Fotos: 123rf, Renate Ablinger, Annadine, Cityfarm Schönbrunn,
Matthias Partmann, Nikolai Ritter, Valerie Rosenburg, Gerhard Wasserbauer

Gestaltung: Lichtwitz Leinfellner visuelle Kultur KG
Umsetzung: noebl.com

Special Offer: VIENNALE-DINNER-PACKAGE: Mit einem gültigen Viennale-Ticket gibt es zu jedem Grünstern-Gericht einen speziellen Gruß aus der Küche!

 

 

 

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Archiv

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Links zum Startprojekt Augarten und dem Gartenfilmfestival
im Sommer 2012 im Rahmen von Kino wie noch Nie: